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Freitag, 4. März 2016

Ferienprogramm

Da in Costa Rica von Dezember bis Februar Ferien sind, bietet meine Organisation Projects Abroad im Januar ein Ferienprogramm an. Einige Freiwillige habe mit mir in einer Schule für Kinder aus der Umgebung, die Lust darauf hatten, Englischunterricht gegeben.

Die Arbeit in dem Ferienprogramm war viel anspruchsvoller, als mein Job als Lehrerassistentin, denn wir Freiwilligen unterrichteten allein und mussten den Unterricht selbst organisieren. Am Anfang fühlte ich mich wie ins kalte Wasser geschmissen und überfordert, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommt und ob ich es schaffen würde, allein zu unterrichten. Letztendlich machte es mir Spaß, die Stunden zu planen und ich konnte an der Herausforderung wachsen. Unterrichtet habe ich außerdem immer mit einem oder zwei anderen Freiwilligen zusammen. So war der Unterricht lebhafter und lustiger und wir hatten mehr Ideen. Es gab vier Gruppen bestehend aus je 5-10 Schülern: drei Anfängerkurse und einen für Fortgeschrittene. Ich habe eine Anfängergruppe mit Kindern im Alter von 6-12 Jahren unterrichtet. Die Kinder waren tatsächlich komplette Anfänger und wir haben ihnen hauptsächlich Vokabeln beigebracht, da es ihnen schwer fiel, ganze Sätze zu bilden und wir den Eindruck hatten, dass es sie überfordern und einschüchtern würde. Zum Glück spreche ich mittlerweile ziemlich gut Spanisch, denn die Kinder brauchten viele Erklärungen und das jüngste Mädchen in der Gruppe weinte hin und wieder mal und musste getröstet werden. 
Die Kinder lernen die Namen verschiedener Tiere in Englisch.
Wir spielen Memory zum Thema Kleidung.
Die Kinder müssen die englischen Wörter für die Familienmitglieder herausfinden.

Um den Unterricht aufzulockern haben wir zudem mit den Kindern Rasseln gebastelt, gemalt und Basketball und Fußball gespielt. Dabei haben sie die Farben und Vokabular für die Sportarten gelernt.
 

Der Unterricht ging von 9-12 Uhr und an manchen Tagen haben wir Freiwilligen am Nachmittag an einem Wandgemälde gearbeitet.
 

Der Monat im Ferienprogramm verging total schnell und es war traurig, mich am Ende von den Schülern zu verabschieden und nicht mehr mit den anderen Freiwilligen zusammen zu arbeiten.

Etwas mehr über unsere Arbeit in dem Ferienprogramm gibt es auf dem Blog einer der Mitarbeiterinnen meiner Organisation zu lesen: http://www.mytripblog.org/pg/blog/Lee1/read/412643

Montag, 11. Januar 2016

Weihnachtszeit und Neujahr in Costa Rica

Jetzt ist es schon einen Monat her, dass ich das letzte Mal etwas hier auf dem Blog veröffentlicht habe und mittlerweile sind vier Monate in Costa Rica vergangen. Ich kann gar nicht glauben, dass schon über die Hälfte meiner Zeit hier um ist! Mein Spanisch wird immer besser und auch in meiner Familie fühle ich mich sehr wohl.

Zurzeit sind Ferien in Costa Rica, denn hier endet das Schuljahr im Dezember und beginnt im Februar. Zur Schule kommen die Kinder aber schon ab Mitte November nicht mehr, wenn alle Noten feststehen, und anscheinend ist das auch nicht verboten. In Deutschland wäre es undenkbar, schon einen Monat vor Beginn der Ferien einfach zuhause zu bleiben! Die Lehrer hingehen sind verpflichtet, bis zum letzten Schultag zu kommen.  Also kam auch ich jeden Tag. Da keine Schüler mehr da waren, hatte ich aber nichts zu tun und so vertrieben ich und die Lehrerin, mit der ich zusammenarbeite, uns die Zeit damit, eine Telenovela im Fernsehen zu sehen. Das waren ein paar unglaublich langweilige Wochen…

Am letzten Schultag sind noch einmal alle zur Schule gekommen, weil in den einzelnen Klassen Abschiedsfeiern stattfanden, bei denen zusammen gegessen und gespielt wurde. 

In den darauffolgenden Tagen fanden an den Schulen die Entlassungsfeiern statt. Hier wird man nicht nur mit dem Abitur aus der weiterführenden Schule feierlich entlassen, sondern auch nach der 6. Klasse aus der Grundschule. Ich habe mir die Entlassung an der Grundschule, an der ich arbeite, angeguckt und war bei der Abientlassung meines „Cousins“. Die Feiern waren wirklich schön.
Entlassungsfeier an der Grundschule
Abientlassung
Eine Woche vor Weihnachten kamen mein Freund und meine Tante aus Deutschland zu Besuch. Zusammen reisten wir 11 Tage durch Costa Rica. Von der Schönheit des Landes, die wir bestaunen konnten, und den Abenteuern, die wir erlebten, werde ich in kommenden Posts berichten. 

In meiner Gastfamilie war schon seit Anfang November weihnachtlich geschmückt, mit Plastikweihnachtsbäumen und Krippen, die teilweise so viel Platz einnehmen wie ein Bett. Unser „portal“ bezeichnet meine Gastmutter als „chiquitito“ (winzig), obwohl auch diese Krippe groß ist. Unsere in Deutschland wirkt dagegen etwas spartanisch. Dieses Wochenende sind eine Menge Verwandte und Freunde gekommen und es wurde draußen um die Krippen der Familie gebetet und die Familie und ihre Häuser gesegnet. Das ist Costa Rica anscheinend ein verbreiteter Brauch. 
Unsere Krippe
Unser "árbol de navidad"
Alle Krippen wurden draußen für das Gebet aufgebaut.
Trotz der reichlichen Dekoration, wollte sich bei mir keine Weihnachtsstimmung einstellen. Weihnachten bei 30°C am palmengesäumten Strand zu verbringen war zwar schön, aber fühlte sich kein bisschen nach Weihnachten an.
Silvester feierte ich zuhause mit meiner familia tica. Es wurde gegrillt (aber es gab auch viele leckere vegane Optionen – meine Gastmutter sorgt sehr gut für mich), ein Spiel gespielt, Musik gehört und später sogar Karaoke gesungen. Um Mitternacht wurde zwar nicht angestoßen, aber alle haben sich umarmt und sich ein „feliz año nuevo“ gewünscht. Dann sind wir auf die Straße gegangen, um den Nachbarn ein frohes Neues zu wünschen. Geböllert wurde nicht.

Nachdem ich lange nur „gechillt“ habe, geht es jetzt wieder richtig los. Bis die Schule wieder beginnt, gebe ich in einem Ferien-Englisch-Programm von meiner Organisation Englischunterricht. Hier arbeite ich mit einer kleinen Gruppe von Kindern und Jugendlichen (5-10 Schüler im Alter von 6-15 Jahren). Da mein Spanisch mittlerweile ziemlich gut ist, unterrichte ich die Anfänger, die noch viele Erklärungen auf Spanisch brauchen. Die Arbeit in dem Ferienprogramm ist viel anspruchsvoller, als mein Job als Lehrerassistentin, denn  hier unterrichte ich die Gruppe allein und muss den Unterricht selbst organisieren. Ich habe einen Plan bekommen mit den Themen, die unterrichtet werden sollen, aber ich muss mir selbst überlegen, wie ich das am besten mache.
 
Familienfoto vom letzten Abend einer anderen Freiwilligen, die hier gewohnt hat.

Donnerstag, 17. September 2015

Rein ins Abenteuer und Willkommen in der Fremde

Am Sonntagabend ging meine Reise los. Nach dem (schweren) Abschied von meiner Familie und Paul war ich auf mich allein gestellt. Aufgeregt, gespannt auf Costa Rica und das Leben weit weg von zu Hause, aber auch traurig darüber, von den Menschen getrennt zu sein, die ich am meisten liebe.
Es ging von Hamburg nach Frankfurt und von da aus nach San José (mit einem Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik). Die Flüge habe ich besser ertragen als gedacht. Die 17 Stunden vergingen ziemlich schnell und es gab keine Komplikationen. Allerdings hätte ich meinen zweiten Flug beinahe verpasst, da der erste Verspätung hatte und ich das Gate nicht auf Anhieb gefunden habe. Verdammt ist der Frankfurter Flughafen groß!

Morgens um kurz nach 4 costa-ricanischer Zeit bin ich erschöpft angekommen, wurde vom Flughafen abgeholt und zu meiner Gastfamilie gebracht. Da konnte ich mich erst mal ein bisschen ausruhen.
Vorm Flughafen in San José
Um 9 Uhr ging meine Einführung los. Zwei Mitarbeiter von der Organisation haben mir und 2 anderen neuen Freiwilligen den Weg ins Zentrum von Heredia und zum Projects Abroad Büro gezeigt. Außerdem waren sie mit uns bei der Bank um Geld abzuholen, haben uns geholfen costa-ricanische SIM-Karten zu kaufen und waren mit uns essen. Marcela von Projects Abroad ist sogar mit mir in ein veganes Restaurant gegangen! 

Ich fand (finde) Heredia nicht schön. Eher ungemütlich und verwirrend.

Das schlimmste ist aber das Busfahren! Die Haltestellen haben keine Namen, es hängen keine Fahrpläne aus und man muss sich immer einen markanten Punkt (z.B. eine Kirche, eine Schule oder einen großen Supermarkt) merken, bei dem man die Leine für „Stopp“ ziehen muss. Da muss man sehr aufmerksam sein und das ist schwierig wenn man sich nicht auskennt.

Auch die meisten Straßen haben keinen Namen. Die Adressen hängen ebenfalls von irgendwelchen mehr oder weniger bekannten Einrichtungen oder Plätzen ab. So ist meine Adresse beispielsweise: 75 metros Norte de la Escuela de Llorente de Flores (75m nördlich von der Schule von Llorente de Flores). Die Adressen sind eher Wegbeschreibungen, die einem aber auch nicht weiterhelfen, wenn man die Schule z.B. nicht kennt oder nicht weiß wo Norden ist.

Meine Familie ist eine Großfamilie. Um einen (eher schäbigen) Innenhof herum wohnt ein Großteil der Familie in 5 verschiedenen kleinen Häusern. In einem wohnt meine Gastmutter mit ihrer Familie und in den anderen ihre 3 Schwestern mit deren Familien und die Großmutter. Außerdem wohnt in jedem Haus ein Freiwilliger/eine Freiwillige und die Familie hat 3 kleine, sehr freundliche Hunde. Hier ist immer etwas los! Es sind sehr viele Leute und ich habe immer noch nicht raus wie alle heißen.
Die Familie ist distanzierter als ich es  mir vorgestellt hatte und ich habe mich die ersten Tage nicht sehr wohl gefühlt. Ich hatte natürlich einen Jetlag, habe mich einsam gefühlt und vor allem Paul sehr vermisst. Es war schwerer als ich es mir vorgestellt hatte und ich habe mich gefragt wie ich mir das hier zutrauen konnte.
Die Umgebung
 


Hier wohne ich - alle Häuser sind so vergittert

Der Innenhof
Wohnzimmer
Küche

Am Dienstag hatte ich meinen ersten Arbeitstag in der Schule. Die Lehrerin, mit der ich zusammen arbeite, ist sehr nett, das war eine Erleichterung. Ich unterrichte in den ersten und vierten Klassen. Viele der Kinder sind sehr süß. Sie kommen zu mir und umarmen mich, malen mir Bilder und schreiben kleine Willkommensbriefe. Andere sind aber auch sehr anstrengend. Sie passen nicht auf, stehen einfach auf und laufen in der Klasse herum. In Deutschland geht das nicht so zu, da bin ich mir sicher! Bei uns ist es etwas strenger und geordneter. Außerdem ist der Lärmpegel hier sehr hoch, was ich unangenehm und anstrengend finde. Insgesamt mach mir die Arbeit aber Spaß.
Eigentlich geht die Schule von 7 bis 14 Uhr, mir wurde aber zu Glück gesagt, dass es reicht wenn ich erst um 8:30 Uhr anfange. Das ist ganz entspannt.

Die Schule ist ganz hübsch und schön bepflanzt.
Bei Versammlungen sitzen die Kinder hier auf dem Boden
Mit den anderen Freiwillen verstehe ich mich zum Glück gut. Zurzeit sind wir 12 (10 Mädchen und 2 Jungs). Die anderen kommen aus Österreich, Dänemark, Deutschland, USA, Belgien, Spanien und Frankreich und sind alle zwischen 18 und 23 Jahre alt.  
Mit den Sprachen ist es sehr verwirrend. Ich spreche Spanisch, Englisch und Deutsch und höre Dänisch und Französisch.

Jetzt ist schon etwas Zeit vergangen und ich habe noch viel zu berichten.